Kabinen in Salzkristall-Form: Neue Standseilbahn für Hallstatt

Im Jahr 2026 geht in Hallstatt eine neue Standseilbahn in Betrieb. Laut dem Hersteller wird sie eine größere Kapazität haben als die bisherige und moderner gestaltet sein. Auch die Tal- und Bergstationen werden komplett neu gebaut. Erste Visualisierungen zeigen, wie die Bahn in Zukunft aussehen wird.

Die neue Standseilbahn in Hallstatt soll im Juni 2026 in Betrieb gehen, wie auf einer Pressekonferenz in Hallstatt bekannt wurde. Salzwelten, das Architekturbüro Hasenauer.ARCHITEKTEN und die DOPPELMAYR GRUPPE präsentierten ihr gemeinsames Projekt.

Die bestehende Seilbahn bringt seit 1980 Touristen zu den Salzwelten. Laut dem Vorstand der Salinen Austria AG, Kurt Thomanek, wurde der Umbau notwendig, da hohe Instandhaltungskosten und aufwändige Prüfungen mit erheblichen Kosten verbunden waren. Darüber hinaus wurde an vielen Betriebstagen die Kapazitätsgrenze erreicht.

Die bestehende Standseilbahn

befördert 24 Personen pro Fahrt, während die neue 60 Personen transportieren wird.

Mit der neuen Seilbahn wird die Kapazität von derzeit 24 auf 60 Personen pro Fahrt erhöht, um den steigenden Anforderungen des Tourismus gerecht zu werden. Das genehmigte Projektbudget beläuft sich auf 25 Millionen Euro und dient der touristischen Weiterentwicklung und Zukunft der Salzwelten am Standort Hallstatt.

Für die technische Umsetzung der neuen Seilbahn zeichnet die Doppelmayr Gruppe – vertreten durch Garaventa, den Standseilbahn-Experten, sowie Carvatech, dem Kabinenhersteller aus Oberweis – verantwortlich.

Salzwelten, Hasenauer.ARCHITEKTEN und die Doppelmayr Gruppe setzen das neue Projekt um.

Auf dem Foto (von links nach rechts):

  • Kurt Thomanek (Vorstand Bergbau und Tourismus Salinen Austria AG)
  • Torsten Pedit (Geschäftsführung Salzwelten)
  • Barbara Winkelbauer (Geschäftsführung Salzwelten)
  • Sigrid Aigner (Hasenauer.ARCHITEKTEN)
  • Michael Leithinger (Vertriebsleiter Carvatech)
  • Marcel Nussbaumer (Leiter Verkauf & Marketing Garaventa AG)
  • Peter Untersperger (Vorstandsvorsitzender Salinen Austria AG)

Kabinen in Salzkristall-Form als Markenzeichen

Das Design der modernen Glas-Kabinen orientiert sich an der Form von „Salzkristallen“ und setzt damit ein markantes, einzigartiges architektonisches Zeichen. Torsten Pedit und Barbara Winkelbauer, Geschäftsführer der Salzwelten, erwarten, dass die Seilbahn dank der außergewöhnlichen Kabinen nicht nur ein Verkehrsmittel, sondern auch ein neues touristisches Highlight wird – zusätzlich zu den Salzwelten und der Aussichtsplattform.

Design der neuen Kabinen ist von Salzkristallen inspiriert.

Die Fertigung der Kabinen erfolgt im Stammwerk der Firma Carvatech in Oberweis.

Auch der Komfort der Passagiere wird erhöht: Die Kabinen verfügen über eine innovative Niveauregulierung, die einen barrierefreien Zu- und Ausstieg ermöglicht. Auf der Fahrt werden sich die Passagiere ebenfalls komfortabler fühlen:

„Wir haben Dämmungen eingebaut, ein speziell leises Seil verwendet und auch die gesamte Bergstation optimiert. Der Antrieb ist speziell gedämmt, sodass er im Gebäude kaum oder gar nicht mehr wahrnehmbar sein wird“, so Marcel Nussbaumer, Leiter von Marketing und Verkauf bei GARAVENTA.

Technische Details

„Zentral ist ganz sicher, dass wir in der Tal- und in der Bergstation einen absolut horizontalen Bereich haben. Das erleichtert den Zugang zu den Kabinen ungemein. Das ist dann der maximale Fahrkomfort, und das ist auch nicht bei vielen Standseilbahnen bereits so umgesetzt worden. Es wird also wirklich eine tolle, tolle Seilbahn werden“, erzählt Marcel Nussbaumer.

Laut Michael Leithinger, Vertriebsleiter von Carvatech, erfolgt die Fertigung der Kabinen im Stammwerk der Firma Carvatech in Oberweis. Die Anlieferung ist für Februar 2026 geplant.

Mondscheinfahrten:

Abends wird eine Beleuchtung der Kabinen vorgesehen.

„Die technische Herausforderung besteht natürlich darin, die horizontale Standfläche permanent zu halten, was in Zusammenarbeit mit der Seilbahntechnik und der Fahrwerkstechnik von Garaventa gelöst wird. Außerdem muss der Versatz der beiden Kabinen so positioniert werden, dass der Rundumblick erhalten bleibt und jeder Fahrgast das hervorragende Panorama genießen kann“, so Michael Leithinger.

Die Fahrzeit bleibt wie bisher bei 2 Minuten, allerdings wird die Strecke etwas verlängert.

„Die Fahrgeschwindigkeit der neuen Bahn ist 5 Meter pro Sekunde. Meines Wissens ist das praktisch identisch mit der bestehenden. In diesem Sinn bleibt die Fahrzeit gleich. Die Strecke wird etwas länger, weil wir oben und unten einen horizontalen Bereich anbauen“, erklärt Nussbaumer.

Neue Stationen und Aussichtsterrasse

Die Talstation wird ebenfalls neu gebaut und wird zweigeschossig sein, mit einer Nutzfläche von beachtlichen 1.500 m². Für Touristen ist ein 280 m² großer Flagship Store geplant. Die in Saalfelden ansässigen Hasenauer.ARCHITEKTEN sorgen mit ihrem Design dafür, dass das Holzgebäude harmonisch mit der restlichen Architektur von Hallstatt verbunden wird.

Die Talstation wird großzügig und lichtdurchflutet gestaltet:

Sie schafft eine einladende Atmosphäre für die Besucher.

Am Berg erwartet die Gäste eine Aussichtsterrasse mit Blick auf den Ort und den Hallstätter See. Das bestehende Gastronomieangebot wird erweitert und verbessert.

Der Bauzeitplan

Bereits im April starten die Bauarbeiten für die 43 Stützenfundamente und die Fundamente der Steinschlag- und Lawinenschutzbauten sowie Abbrucharbeiten. Es folgen mehrwöchige archäologische Grabungen und im Spätsommer wird mit dem Bau der neuen Talstation begonnen. Demontage und Neubau der Seilbahn erfolgen ab September.

Die neue Bergstation wird ein kompaktes Gebäude umfassen.

Die Seilbahntechnik wird im massiven Sockel untergebracht, während die Station eine Anbindung an den bestehenden Aufzugsturm und die Panoramabrücke bieten wird. Ein begrüntes Pultdach wird das moderne Design abrunden.

Die bestehende Bahn ist noch bis zum 31. August in Betrieb, und auch das Salzbergwerk in Hallstatt kann bis dahin besucht werden. Ab dem 1. September stellen die Salzwelten in Hallstatt ihren Betrieb vorübergehend ein und öffnen im Juni 2026 wieder – zusammen mit der neuen Standseilbahn.

Der Bauzeitplan:

Beginn der Bauarbeiten für die 43 Stützenfundamente sowie der Fundamente der Steinschlag- und Lawinenschutzbauten. 15.04.2025
Beginn der Abbrucharbeiten und Baubeginn der Bergstation sowie Abbau der Zwischenhalle an der Talstation. 22.04.2025
Archäologische Grabungsarbeiten im Bereich der Talstation (Dauer: 6 Wochen). 05.05.2025
Bau des neuen Trafogebäudes (SAAG) im Bereich der derzeitigen Garagen. 01.07.2025
Schließung des Shops und Abbruch des Shop-Gebäudes an der Talstation. 01.08.2025
Baubeginn der neuen Talstation. 18.08.2025
Einstellung des Seilbahnbetriebs, Demontage der alten Seilbahn und Beginn des Neubaus. 01.09.2025
Geplante Eröffnung der neuen Seilbahn. Juni 2026